Mit Strategie zum neuen Job
Melanie steht vor dem Badezimmerspiegel und sagt sich: "Du musst etwas ändern!". Nach 84 erfolglosen Bewerbungen ist sie eine der zur Zeit 1,89 Millionen arbeitslosen Frauen in Deutschland. Konkrete Hilfe von außen nicht in Sicht. Sicher: Es gibt beschauliche Tipps von allen Seiten, Weiterbildungsangebote, Vermittlungsversuche. Sie weiß: "Ich selbst muss aktiver werden!" Aber wie? Melanie fühlt sich unsicher, wie auf rutschigem Eis. Was ist falsch, was ist richtig?
Die wichtigste Fähigkeit besteht wohl darin, aus einem Meer an Informationen genau die heraus zu filtern, die für einen persönlich wesentlich sind. Exakt an dieser Stelle unterscheiden sich beruflich erfolgreiche Frauen von den anderen. Grundsätzlich ist es ungünstig, sein berufliches und damit privates Schicksal anderen zu überlassen. Denn niemand kennt Sie besser als Sie selbst. Niemand außer Ihnen weiß wirklich, wie Sie in welcher Situation denken und fühlen. Und: Niemanden betrifft Ihr Erfolg oder Misserfolg mehr als Sie selbst!
Wer aktiv Arbeit sucht, muss sich mit jeder Menge Informationen auseinandersetzen. Das Problem dabei ist, je mehr ungeordnete Informationen, Tipps und Ratschläge auf einen einstürmen, desto ratloser und unentschlossener wird man.
Tipp: Notieren Sie alle Informationen und erarbeiten Sie systematisch eine Strategie, nach der Sie zielgerichtet vorgehen können. Gegenüber den meisten WettbewerberInnen ohne klares Konzept werden Sie dadurch eindeutige Vorteile haben.
So erkennen, bekommen und behalten Sie Ihren Ideal-Job Nehmen Sie sich für jeden Schritt viel Zeit, Papier und Stift und stellen Sie sich folgende Fragen:
1. Welche Stärken (positive Eigenschaften) habe ich?
Notieren Sie unbedingt auch das, was Sie besonders gut können, Ihnen aber als selbstverständlich erscheint. Überlegen Sie am nächsten und übernächsten Tag noch einmal, bis Sie 10-15 solcher Stärken gefunden haben. Auch Schwächen können Stärken sein. Listen Sie deshalb auch konsequent Ihre Schwächen auf. Ob sie tatsächlich als Stärken genutzt werden sollen hängt von Ihrer individuellen Strategie ab.
2. Welche Tätigkeit macht mir besonders viel Spaß?
Schreiben Sie auf, welche Tätigkeit Ihnen besonders viel Spaß machen würde, und zwar unabhängig davon, ob dieser Wunsch realistisch erscheint oder nicht. Oft ergeben sich mit der Zeit Ideen und Möglichkeiten, in Tätigkeitsbereiche vorzudringen, die dem Wunschjob sehr ähnlich sind, aber weniger Qualifikation erfordern. Spaß an Ihrem Job zu haben ist der wichtigste Faktor überhaupt. Denn wer seinen Job liebt, engagiert sich überdurchschnittlich, bündelt Know-how, kooperiert mit anderen und wird so erfolgreicher und unentbehrlicher als die Kollegen.
3. Welchen Nutzen bringen Sie mit Ihren gefundene Stärken oder Schwächen anderen Menschen oder Firmen? Tragen Sie dazu bei, vorhandene Probleme zu lösen? Seien Sie nicht zu bescheiden. Eine Lösung, die Ihnen normal und banal erscheint ist für einen anderen Menschen "die Rettung".
4. Die Zielgruppe. Soll ich eigene Lösungen und Stärken als Mitarbeiterin in ein Unternehmen einzubringen oder sie als selbstständige UnternehmerIn Firmen oder Privatkunden anzubieten? Oder beides? Patchworker arbeiten als Angestellte und Selbstständige. Ihre Strategie zeigt Ihnen, was sinnvoll und möglich ist und was Ihnen Spaß macht.
5. Jede Zielgruppe lässt sich wiederum in Teil-Zielgruppen unterteilen: Welches sind die Personen/Abteilungen, für die mein Arbeitsangebot interessant ist? Statt immer Personalabteilungen oder die Zentrale anzuschreiben, richten Sie eine Kurzbewerbung oder ein Angebot mit Problemlösung doch an die zuständige Abteilung, in der Sie unbedingt arbeiten möchten. Direkter Problemlösungs-Bedarf entsteht zuerst in der Abteilung, nicht beim Personalchef.
6. Welche Institutionen, Firmen oder Vereine könnten für mein Arbeitsgebiet interessant sein? Suchen Sie dort zuerst nicht nach Jobs sondern bauen Sie lediglich Kontakte in Ihrem Wunschbereich auf. Diese entwickeln und halten Sie systematisch per Internet und E-mail, denn daraus können im Laufe der Zeit Arbeitsmöglichkeiten entstehen.
7. Verfolge ich beruflich wirklich das für mich richtige Ziel? Möchte ich den Weg, den ich eingeschlagen habe, auch wirklich gehen? Kompromisse bei der Jobwahl bringen wenig. Sie selbst müssen von Ihrer Entscheidung, Ihren Stärken und Ihrer Zielsetzung absolut überzeugt sein. Nur so können Sie die Person überzeugen, die Sie einstellen soll. Wenn Sie den festen Willen haben und den Job wirklich aus vollem Herzen haben wollen, spüren PersonalchefInnen das und bevorzugen Sie - entsprechende Qualifikation vorausgesetzt. Entscheidungen werden zu 70-90% intuitiv getroffen, harte Fakten spielen meist eine geringere Rolle als oft angenommen wird. Allerdings müssen Sie den Begeisterungsfunken auch wirklich überspringen lassen!
Gemeinsam am Erfolg arbeiten
Wenn Sie andere Frauen mit ähnlicher Zielsetzung kennen, setzen Sie sich mit ihnen zusammen und arbeiten Sie gemeinsam eine Strategie aus. Andere können oft wichtige Ideen oder Hinweise geben.
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aktualisiert: 22.10.2009 |
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