Sicher haben Sie sich auch schon oft gedacht und sich vielleicht auch etwas darüber geärgert: Manche Menschen, die weniger wussten oder fachlich nicht so qualifiziert waren, schnappten Ihnen genau das vor der Nase weg, was Sie ebenfalls gerne gehabt hätten.

Das konnte eine gute Note in der Schule sein, ein Vorteil im Verein, ein interessanter Job oder die nächste Stufe auf der Karriereleiter. Auch in Politik und Wirtschaft stehen oft (oder meistens) nicht die Besten und Qualifiziertesten im Vordergrund sondern die, die ihre Qualifikation und ihr Wissen am gezieltesten mit Ihrer weichen Fähigkeiten, den SoftSkills zu verbinden wissen. Niemand gelangt durch Zufall und brave Bewerbungen in Spitzenpositionen. ES ist immer der lange Weg mit einem klaren Ziel verbunden mit einer Strategie. Die Strategie kann zwar immer optimiert, der Weg zum Ziel abgewandelt und ergänzt werden. Aber Strategie und Ziel müssen immer klar erkennbar für uns vorhanden und vor allem jeden Tag deutlich sichtbar sein.

Das gilt im Kleinen genauso wie im Großen. Ob Sie große Ziele ansteuern oder kleine, das Ziel muss immer unverwechselbar vor Ihnen stehen. Ihre Qualifikation ist sicher eine sehr wichtige Säule des beruflichen Erfolges und sollte stets den aktuellen Anforderungen genügen, ausgebaut oder im besten Fall auch einen Vorsprung gegenüber anderen aufzeigen. Aber sie ist nicht entscheident im Wettbewerb. Mindestens ebenso wichtig, oft aber auch wichtiger sind Ihre sogenannten SoftSkills, die die meisten Menschen als selbstverständlich vorhanden, als zu banal zu selbstverständlich erachten. Betrachtet man die Menschen genauer, erkennt man aber genau hier erhebliche Schwächen. Jeder Mensch hat hierbei klar erkennbare Stärken aber auch ebenso eindeutige Schwächen, die eine Einstellung - trotz hervorragender Qualifikation - oft sehr erschweren.

Nun sieht jeder Mensch die Welt durch die eigenen Augen und durch die eigene mehr oder minder rosarote oder graue Brille, obwohl sie objektiv gesehen weniger eindeutig, nämlich farbig und komplex ist. Grundlegend wichtig ist es zum Beispiel einmal herauszufinden, wie andere Menschen einen selbst sehen. Überraschend, wie sehr dies manchmal von unserer eigenen Wahrnehmung abweicht.

Beginnen wir mit einer grundlegend wichtigen Eigenschaft oder Fähigkeit, die nicht aufgesetzt sondern natürlich und authentisch sein sollte.

Freundlichkeit und lachen.
Kommunikation wird sehr erschwert und verläuft hakelig wenn man sich überwinden muss, z.B. jemanden anzurufen, zu treffen, im Meeting miteinander auszukommen. Die viel zitierte “Chemie“ muss stimmen. Ein ehrliches Lächeln vermittelt u.a.: Mit mir könnt Ihr tagtäglich gut zusammenarbeiten. Es vermittelt Optimismus. Sie/er reißt uns mit, gibt uns Energie zurück. Gefühlsebene vor Sachebene. Erst eine gute Atmosphäre schaffen/erhalten erscheint banal, ist aber nicht absolut nicht selbstverständlich aber wirkungsvoll, zuerst in der Bewerbungsphase aber natürlich auch später. Konkrete Handlungen, wie z.B. eine freundliche Begrüßung und die Zauberworte Bitte und Danke signalisieren: Du bist mehr für mich als nur ein Rad im Getriebe, das zu funktionieren hat. Ich akzeptiere Dich als Persönlichkeit und bringe Dir Respekt entgegen. Wer diese Einstellung überzeugend lebt, kann auch ein Lob authentisch und glaubwürdig rüberbringen.

In vielen Gesprächen u.a. mit Dauerarbeitslosen, denen man diesen Basistipp gibt, reagieren die Menschen oft darüber sehr verärgert und sagen: “Ich habe eben nichts zu lachen.” Oder sagen wieder mit verkniffenen Mundwinkeln und mürrisch dreinschauend: Das sind immer die gleichen Tipps!”  “Warum tun Sie es dann nicht einfach?” frage ich dann und erkenne an der negativen Mimik, wie weit entfernt sie von Verständnis und Erkenntnis oder gar der Umsetzung sind.

Würde man sie dabei in den Spiegel sehen lassen und fragen: “Würden Sie diese Frau oder diesen Mann einstellen, wenn Sie Unternehmer wären, Gastwirt, Inhaber eines Geschäftes oder Dienstleistungsunternehmens? Manchen wird dabei etwas klar: Wir sprechen nicht über Qualifikation sondern über etwas sehr viel Wichtigeres: Menschen. Sie arbeiten zusammen, keine Fakten. Mit Menschen müssen wir nicht nur auskommen wir möchten im Team ein gemeinsames Ziel erreichen, damit es meinem Unternehmen und damit auch mir gutgeht.

Sind Sie neu im Unternehmen: Erkennen Sie Erfahrungen und Leistungen bereits langjähriger Kollegen an. Gehen Sie nicht von Anfang an, wie oft beobachtet, auf Kollisionskurs. Grundsatzdiskussionen stellen bei der Bewerbungs- und Einstellungsphase  oft eine Gefahr dar, wenn Sie selbst den Personalentwickler oder Chef noch nicht gut einschätzen können. Auch er kennt Sie noch nicht und so haben selbst gute fachliche Argumente  in Bezug auf das menschliche Empfinden einen negativen Beigeschmack nach dem Motto: Er  hat zwar recht, aber er ist mir unsympathisch, zu negativ, erbsenzählerisch. Das bedeutet nicht etwa, dem Gegenüber ständig beipflichten zu müssen, das wäre zu einfach gestrickt. Schließlich gehören auch Kritikrelevante Punkte ins Pflichtenheft des Assessments oder Bewerber-Checks. Aber muss man sich in der Klärung unwichtiger, kleinlicher Details verlieren? Sicher nicht.

Bedenken Sie, dass der Mensch evolutionsbedingt grundsätzlich bequem ist und deshalb vorhandene Denkmuster und Gewohnheiten beibehalten möchte. Aus dieser Sicht stellen neue Mitarbeiter mit sehr abweichenden Grundsätzen und Denkweisen eine potentielle Gefahr für die bisherige Gemeinschaft (Personalchef, Firmenleitung, Kollegen) dar. Diese Gemeinschaft muss sich vorstellen können, wie sie mit Ihnen tagtäglich als Mensch auskommt. Der Personalchef-Kopf kann sagen: Super-Qualifikation, den nehmen wir, letztendlich entscheidet aber sein Gefühl, seine jahrelangen Erfahrungswerte die sich in kürzester Zeit zu einem eher ja oder eher nein verdichten, ohne dass der Verstand noch einbezogen wird. Was nützt es, wenn er seine fachliche Personal-Entscheidung mit Argumenten klar untermauern kann aber jeden Tag Beschwerden seiner Kollegen über seine Neueroberung anhören und irgendwie abarbeiten muss?

Umgekehrt hilft natürlich bei einem hochdotierten Job das beste „Gefühl“ nichts, wenn die Fakten, die Qualifizierung nicht stimmen. Verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick.  Wichtig hier, sich nicht nur einen fachlichen Überblick verschaffen  sondern einen sozialen. Wer kommuniziert im neuen Unternehmen mit wem am besten? Welche Gruppierungen gehören zusammen, welche Seilschaften existieren, wer verhält sich wem gegenüber sehr verhalten, kritisch oder gar feindlich? Gibt es Mobbingstrukturen, wer arbeitet gegen wen? Das scheint fachlich gesehen anfangs unbedeutend, vereinfacht Ihnen aber die tägliche Arbeit, mindert Mobbinggefahr und ebnet Ihnen Ihre berufliche Entwicklung.

Nutzen und Vorteile bieten, ohne Kollegen zu schaden, ihnen Nachteile
zuzufügen führt zu unnötigem Sand im Getriebe.

Probleme und Konflikte sind nicht von vornherein negativ. Einfach und wirkungsvoll ist meist unser verankertes Ziel: Statt Vorwürfe, Konsens und Lösungen entwickeln. Worin liegen die Ursachen des Konflikts?

Gerade unterschwellige, verborgene Ängste, Vermutungen führen zu unnötigen Reibungsverlusten. Solche Reibungsverluste verursachen Schäden in Milliardenhöhe (Projekte, Zeitverzug, Personalbereich).


Was versteht man unter Soft Skills?

Die folgende Liste mit Schlagwörtern bezüglich persönlicher Eigenschaften soll Ihnen das Verständnis des Begriffs "Soft Skills" erleichtern. Die bekanntesten sind wohl Teamfähigkeit und Belastbarkeit aber es gibt viele andere, derer wir uns weder bewußt sind noch darüber nachdenken, dass für ihre Entwicklung deutlicher HAndlungsbedarf besteht.

Persönlichkeit (Charisma). Oft ist zu hören, man hat Persönlichkeit oder man hat sie nicht. Naturgegebene Persönlichkeiten gibt es sicher wenige, jedoch ist auch dieser Punkt entwickelbar wenn Sie sich die anderen Punkte ansehen. Entwickeln sich diese Fähigkeiten, entwickelt sich oft auch automatisch die Persönlichkeit.
Vertrauenswürdigkeit. Diese stellt man am besten unter Beweis. Einfach wenn im Unternehmen gesunde Strukturen und gute Menschenführung vorhanden ist. Ein klarer, eindeutiger eigener Ehrenkodex ist wichtig. Stellen Sie Regeln für sich auf und befolgen Sie diese auch. Was ist erlaubt, was nicht? Wie verhalte ich mich bezüglich EIgentum, Arbeitszeit, Geld und aktiver Beteiligung an Geschwätz, Mobbing oder Intrigen. Als Unternehmer wundere ich mich über empfangene Briefe, die regelmäßig völlig überfrankiert ankommen. Gleichzeitig freue ich mich, dass diese Mitarbeiterin nicht in meinem Unternehmen tätig ist. Warum tut sie das? Weil es nicht ihr Geld ist, was da verschleudert wird? Egalitis vielleicht? Ein banales Beispiel sicher, aber es ist hochrechenbar und meist nur die Spitze des Eisberges.

Urteilsvermögen
analytisches und logisches Denken
Empathie (Mitgefühl)
Einfühlungsvermögen
Menschenkenntnis
Durchsetzungsvermögen
Selbstbewusstsein
Kreativität
Kampfgeist
Teamfähigkeit - In einem Team gilt, dass jeder Einzelne einen Mittwelweg findet zwischen Konkurrenz und Kooperation.
Integrationsbereitschaft
Neugier
Kommunikationsverhalten
(psychische) Belastbarkeit
Umgangsstil Höflichkeit
Rhetorik Redegewandtheit
Motivation, Fleiß, Ehrgeiz
Verhandlungsführung
Kritikfähigkeit
Koordinationsgabe /Prioritäten setzen
Stressresistenz
Selbstbeherrschung
Selbstdarstellung (Nervosität vor wichtigen Terminen oder öffentlichen Auftritten)
Konflikte und Mißerfolge bewältigen können
Eigenverantwortung
Zeitmanagement
Organisationstalent



-anpasssungsfähig sein. Das persönliche Vermögen. sich an die Erwartungen
anderer und an wechselnde Situationen und Anforderungen anpassen zu können und dabei authentisch zu bleiben.

Verschlungen damit ist die Fähigkeit sich schnell auf Neues einstellen zu können. Hier bewältigen Sie neue Aufgaben und Erwartungen kreativ und konstruktiv. Hauptziel hierbei: veränderungen als Chance für die eigene Entwicklung zu sehen. Verborgene oder offene Ängste sollten bei Bedarf gezielt abgebaut werden.

Lösungen suchen, neue Wege gehen, sich aus eingefahrenen Denk- und Handlungsmustern zu befreien, verschiedene Sichtweisen einzunehmen. Im Team, in der Zusammenarbeit mit erfahrenen Kollegen ist dies in der Praxis ein Drahtseilakt. Nichts fürchtet der Mensch im letzten Drittel seiner Karriere mehr als Veränderung. Jeder, der diesen Status Quo in Gefahr zu bringen versucht, muss mit Gegenmaßnahmen rechnen, weiß man heute aus der Hirn- und Verhaltensforschung. Erfolg entsteht im Kopf. So wird aus einem Problem, aus Schwierigkeiten eine neue Chance, wenn wir kreativ damit umgehen.

Sie kommen mit Ihrer gewohnten Vorgehensweise nicht weiter? Statt jemandem Lösungen zu nennen, die er nicht braucht, sollten wir ihn fragen, was er braucht. Welchen Nutzen können wir bieten, welche Lösung braucht sie oder er. Wie Sie sich auf andere Menschen einstellen können, inwieweit es Ihnen möglich ist mit Kollegen unterschiedlichen Alters die gleiche Wellenlänge zu finden entscheidet zu mehr als 90% über Ihre berufliche Entwicklung.

Vielen intelligenten, hochqualifizierten aber unter Wert verkauften Spezialisten stehen Menschen gegenüber deren ausgeprägte Softskills sie bei oft weit geringeren Fähigkeiten in Spitzenpositionen brachte. Sie können nahezu perfekt kommunizieren und sind deshalb erfolgreich.

In den momentanen Strukturen unseres Jahrzehnts kommt es wesentlich darauf an, wie gut und wie schnell Sie über firmeninterne Informationen verfügen, die für exakt für Sie relevant sind. Wer wird befördert, wer arbeitet wie an welchen Projekten, wer bewirbt sich für welches Projekt oder eine andere Position. je besser Ihr persönlicher Ticker arbeitet, je besser Sie diese Informationen auswerten und je besser Sie diese umsetzen können - immer im Dialog mit anderen Menschen -  desto leichter und schneller werden Sie sich beruflich weiter entwickeln.

Gerade als Unternehmer rate ich Ihnen: Entwickeln Sie Sozialkompetenz, entwickeln Sie die Fähigkeit, zuhören zu können. Sprechen ist leicht, zuhören sehr schwer. Akzeptieren Sie Ihre Kollegen als individuelle Persönlichkeit, begegnen Sie ihnen authentisch und bewusst als Mensch. Interessieren Sie sich nicht nur für Fach- und Sachfragen sondern auch für sein Wohl. Führungskräfte bemerken immer mehr dass ihnen Fachwissen allein nicht weiterhilft. Ihre Chance also, von Anfang an Ihre sozialen Fähigkeiten in die Einstellungs-Waagschale zu werfen. Und sind diese noch nicht so entwickelt, wie Ihnen das notwendig erscheint, dann ändern Sie es einfach und gezielt.
   
Der Hauptjob in unserer Informationsgesellschaft ist es, wesentliche Informationen von unwichtigen zu trennen, bedeutende Informationen effizient zusammenzuführen. Wachstum wird immer mehr vom Sozialverhalten der Mitarbeiter innerhalb vor allem aber auch über verschiedene Hierarchieebenen hinweg abhängen.
 

Extrem auffällig, schon lange zu beobachten: Erfolgversprechende Konzepte und Strategien, ausgearbeitet von Spezialisten und Managern verpuffen, wenn Ziele und Vorgehensweisen nicht mit den nächsten Ebenen abgesprochen statt vorgegeben – werden. Ideen und Konzepte müssen von anderen akzeptiert werden sonst landen sie in der Schublade. Millionen von verstaubten Firmenhandbüchern können das bezeugen. Im Klartext: Was nützt der neueste, tollste Service, wenn ihn der Verkäufer nicht anbietet.

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  aktualisiert: 22.10.2009

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